Die vier Arten des Freiwilligendienstes – FSJ, FÖJ, BFD und IJFD

Du hättest gerne etwas Zeit, bevor du ins Berufsleben startest, möchtest noch unbedingt eine Auszeit im Ausland machen oder weißt einfach noch nicht, was du einmal studieren möchtest? Im Freiwilligendienst unterstützt du als ehrenamtlicher Mitarbeiter eine Einrichtung, die zum Wohle der Gesellschaft beiträgt. Ebenso kannst du die Zeit als Mitarbeiter im Freiwilligendienst dafür nutzen, dich nach der Schule noch einmal zu orientieren und erste Erfahrungen im Beruf zu sammeln. Die Dauer deiner flexiblen Freiwilligenarbeit wird im Vorfeld festgelegt und beträgt in der Regel 12 Monate, nach Absprache sind aber auch einige Wochen möglich. In den meisten Fällen unterstützt du die Einrichtungen dabei als Vollzeitkraft und bist im Arbeitsleben vollständig integriert. Es gibt eine Vielzahl an verschiedenen Freiwilligendiensten.

Die wohl bekannteste Art des Freiwilligendienstes ist das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ). In diesem arbeitest du in einer sozialen Einrichtung, wie einem Altenheim oder einer Behindertenwerkstatt. Im Mittelpunkt steht die Arbeit mit anderen Menschen, die du auf ihrem Lebensweg begleitest und denen du weiterhilfst.

Das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) bzw. Freiwilliges Umweltjahr steht ganz im Zeichen der Umwelt. Während des freiwilligen Jahrs steht der Naturschutz im Mittelpunkt. Mögliche Einrichtungen finden sich in der Forstwirtschaft, Lebensmittelverarbeitung oder Umweltbildung.

Anders als das FSJ und FÖJ ist der Bundesfreiwilligendienst (BFD) kein Jugendfreiwilligendienst und der einzige freiwillige Dienst, den du noch über 26 Jahren ausüben darfst. Du engagierst dich für das Allgemeinwohl im sozialen, ökologischen oder kulturellen Bereich. Du kannst diesen Dienst auch in Teilzeit ausführen, wenn du über 27 bist.

Der Internationale Jugendfreiwillligendienst (IJFD) gehört zu den Freiwilligendiensten im Ausland und verschlägt dich in andere Länder. Ziel ist es, im Ausland interkulturelle und persönliche Erfahrungen zu sammeln. Du wirst dabei von Trägerorganisationen als freiwilliger Helfer für unterschiedliche Projekte inner- und außerhalb Europas eingeteilt.

Im Freiwilligendienst arbeitest du mit anderen Freiwilligen und mit Berufstätigen zusammen. Du wirst im Verlauf des Freiwilligendienstes mit neuen Situationen konfrontiert, die dir bei deiner Berufswahl oder Studienorientierung helfen werden. Auch ein Austausch mit den anderen Mitarbeitern kann dir dabei helfen.

Je nach Arbeitsgebiet hilfst du beispielsweise alten Menschen in einer sozialen Einrichtung, betreust Kinder oder kümmerst dich um körperlich eingeschränkte Menschen. Auch die Denkmalpflege oder ein internationaler Freiwilligendienst im Ausland sind möglich. Das Angebot ist groß und neue Freiwillige werden händeringend gesucht. Als junger Mitarbeiter wirst du des Öfteren an deine Grenzen stoßen. Diese Erfahrungen können dir aber bei deiner persönlichen Entwicklung helfen und stärken dein gesellschaftliches Interesse. Im Vordergrund steht dein Dienst, den du als Freiwilliger leistest und mit dem du anderen Menschen oder Einrichtungen weiterhilfst. Neben dem praktischen Teil deines Freiwilligendienstes gehört auch die Teilnahme an mehreren Seminaren dazu, die sich nach Art deiner Tätigkeit unterscheiden. In den Seminaren werden soziale und ökologische Inhalte vermittelt. Ebenso kannst du dich in den Seminaren mit anderen Freiwilligen treffen und ihnen deine Erfahrungen mitteilen oder wichtige Informationen austauschen.

Du bekommst für dein freiwilliges Engagement kein festes Gehalt, sondern eine Aufwandsentschädigung. Zusätzlich kommen zu diesem Taschengeld noch Fahrtkostenzuschüsse und Zuschläge für Unterkunft und Verpflegung, die du in bestimmten Fällen in Anspruch nehmen kannst. Wenn du unter 25 bist, deinen Freiwilligendienst bei einer staatlich anerkannten Einsatzstelle absolvierst und noch keine Berufsausbildung abgeschlossen hast, hast du ebenfalls noch Anspruch auf Kindergeld während des Freiwilligendienstes.