Deutschland, Österreich, Schweiz: Die Ausbildung im Vergleich

Die Berufsausbildung ist und bleibt ein sehr wichtiges Thema in unserer Gesellschaft. Nicht nur in Deutschland, auch in unseren Nachbarländern werden junge Menschen wie du gesucht, die eine Ausbildung machen und ihren beruflichen Weg als Fach- oder Führungskraft weitergehen möchten. Dank des EU-Binnenmarktes mit seinen Verflechtungen der Güter-, Dienstleistungs- und Arbeitsmärkte hast du zahlreiche Möglichkeiten, deine Berufsausbildung in Deutschland oder auch in einem anderen Land zu beginnen. Im Folgenden wird die Ausbildung in Deutschland mit der Lehre in Österreich und der Schweiz verglichen - mit spannenden Unterschieden, aber auch Gemeinsamkeiten.

Die Ausbildung im internationalen Vergleich.
Die Ausbildung im internationalen Vergleich. © rommma - de.freepik.com

Ausbildung in Deutschland

Die Ausbildung findet in Deutschland in einer dualen Form statt. Dual heißt, dass du die Ausbildungsinhalte sowohl in der Berufsschule als auch in deinem Ausbildungsbetrieb vermittelt bekommst. Der Ausbildungsvertrag wird zwischen dir und deinem Ausbildungsbetrieb unterschrieben, in dem alle wichtigen Inhalte wie Arbeitszeiten, Urlaubstage und Vergütung festgehalten werden. Du kannst zwischen mehr als 330 Ausbildungsberufen wählen, die eine Ausbildungsdauer zwischen 2 und 3,5 Jahren beinhalten. Während deiner Ausbildungszeit legst du in der Regel eine Zwischenprüfung ab, die von der zuständigen Kammer geregelt wird. Diese dient vor allem der Überprüfung deiner aktuellen Ausbildungskenntnisse und zeigt deine Stärken sowie Defizite auf. Deine Ausbildung schließt du mit einer schriftlichen und mündlichen Prüfung ab und bekommst, wenn du erfolgreich bestanden hast, gleich drei Zeugnisse:

  • das Prüfungszeugnis von der zuständigen Kammer
  • das Berufsschulzeugnis von deiner Berufsschule
  • das betriebliche Ausbildungszeugnis

Tipp: Frage deine Ausbildungsleitung unbedingt nach einem qualifizierten Zeugnis, denn dieses enthält im Vergleich zum einfachen Zeugnis auch Angaben über dein Arbeits- und Sozialverhalten sowie über deine Leistungen. 

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Lehre in Österreich

Anders als in Deutschland wird nicht der Begriff Ausbildung verwendet, sondern "Lehre". Du kannst in Österreich zwischen 200 verschiedenen Lehrberufen wählen, die du im gewerblichen, industriellen oder im dienstleistungsorientierten Bereich absolvieren kannst. Den Lehrvertrag schließt du mit deinem Lehrbetrieb ab. Ein weiterer Unterschied besteht im Aufbau der Lehre: Diese gliedert sich in drei Module, weshalb man auch von "Modullehrberufen" spricht. Die Module sind

  • das Grundmodul,
  • ein oder mehrere Hauptmodule und
  • ein oder mehrere Spezialmodule.

Das Grundmodul ist für alle Lehrlinge verpflichtend und vermittelt Fertigkeiten und Kenntnisse, die du für deine Tätigkeiten in deinem Lehrberuf benötigst. Nach zwei Jahren belegst du mindestens ein Hauptmodul, das ebenfalls verpflichtend ist und dir vertiefende Inhalte zu deinem Beruf oder Berufsbereich vermittelt. Nach mindestens drei Jahren ist deine Lehre erfolgreich abgeschlossen und du hast anschließend die Möglichkeit, freiwillig und in Absprache mit deinem Lehrbetrieb ein oder mehrere Spezialmodule zu belegen. Parallel zu deiner Lehre kannst du kostenfrei eine Berufsmatura ablegen. Sie berechtigt dir den Zugang zu Kollegs, Akademien, Hochschulen, Fachhochschulen und Universitäten.

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Lehre in der Schweiz

Wie auch in Österreich wird in der Schweiz der Begriff "Lehre" als Synonym für die Ausbildung verwendet. Dabei gliedern sich die Lehrberufe in zwei Bereiche:

  • die EFZ-Berufe und
  • die EBA-Berufe.

EFZ steht für das eidgenössische Fähigkeitszeugnis, das du nach einer erfolgreichen Lehre erhältst. Dir steht eine Auswahl von 180 EFZ-Berufen zur Verfügung, wobei die Lehrdauer zwischen drei und vier Jahren variiert. Während oder auch nach deiner Lehre kannst du die Berufsmaturität erlangen, mit der du einen Lehrgang an einer Fachhochschule (FH) besuchen kannst.

EBA steht für die Abkürzung eidgenössisches Berufsattest und richtet sich vor allem an junge Menschen, die schulische Schwierigkeiten aufweisen. Die praktischen Inhalte werden in dem Lehrbetrieb vermittelt und die theoretischen Inhalte nur an einem Tag pro Woche in der Berufsschule. Zudem erstreckt sich die Lehre lediglich über zwei Jahre und kann auch in Vollzeit an einer Schule absolviert werden. Lehrlinge, die mit einem guten Zeugnis abschließen, können anschließend einen EFZ-Beruf erlernen und somit ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt steigern.

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Deutschland Österreich Schweiz
Begriff Ausbildung Lehre Lehre
Form Duale Ausbildung
Schulische Ausbildung
Modullehrberuf:
Grundmodul
Hauptmodul
Spezialmodul
EFZ-Berufe
EBA-Berufe
Vertrag Ausbildungsbetrieb
Auszubildender
Lehrbetrieb
Lehrling
Lehrbetrieb
Lehrling
Dauer 2 - 3,5 Jahre 2 - 4 Jahre 2 - 4 Jahre
Anzahl der Berufe 330 Ausbildungsberufe 200 Lehrberufe 180 EFZ-Berufe
60 EBA-Berufe
Prüfung Schriftliche Abschlussprüfung
Mündliche Abschlussprüfung
Praktische Lehrabschlussprüfung
Theoretische Lehrabschlussprüfung
Praktische Lehrabschlussprüfung
Theoretische Lehrabschlussprüfung

Ausbildung und Lehre in weiteren Ländern

Du hast Interesse, deine Ausbildung im Ausland zu absolvieren? Österreich und die Schweiz sind aber nicht so dein Ding? Dann ist die gute Nachricht für dich: Viele EU-Länder haben ein duales Ausbildungssystem ähnlich dem deutschen und die dort ansässigen Ausbildungsbetriebe freuen sich auf deine Bewerbung. Hier gibt's weitere Infos: 

>> Allgemeine Infos zur Ausbildung im Ausland
>> Ausbildung in Italien (Südtirol)
>> Ausbildung in Belgien (Ostbelgien)
>> Ausbildung in Dänemark (Südjütland)
>> 
Ausbildung in Frankreich (Elsass-Lothringen)
>> 
Ausbildung in Liechtenstein
>> 
Ausbildung in Luxemburg
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Ausbildung in den Niederlanden
>> 
Ausbildung in Polen (Oberschlesien)

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