Wie werde ich Logopäde / Logopädin?

Sprechen scheint so einfach, oder? Du öffnest deinen Mund und sprichst genau das aus, was du sagen willst. Die Grundvoraussetzungen für Sprache sind vor allem ein gutes Hörvermögen, die Fähigkeit, Laute zu unterscheiden und zu verarbeiten, sowie die Beweglichkeit der Zunge, Lippen, Kiefer und Stimmbänder. Bei rund 15 Prozent der Kinder unter zehn Jahren sind diese Voraussetzungen nicht oder nur teilweise gegeben. Sie haben eine sogenannte Sprachentwicklungsstörung und deshalb Schwierigkeiten, Sprache zu erwerben. Auch bei Erwachsenen kann es zu Sprachstörungen kommen. Logopädinnen und Logopäden untersuchen also Menschen aller Altersklassen, die unter einer Störung der Sprache, des Sprechens oder der Stimme leiden und versuchen anschließend mit den unterschiedlichsten Methoden, eine Verbesserung der Lebensqualität herbeizuführen.

Du bist eine kommunikative Person und hilfst gern Menschen? Du interessierst dich besonders für Pädagogik, Medizin und Sprachwissenschaft? Dann ist eine Ausbildung als Logopädin bzw. Logopäde vielleicht genau das Richtige für dich. Für diesen Beruf solltest du vor allem über folgende Eigenschaften verfügen:

  • Empathie
  • Freundliches, kommunikatives Auftreten
  • Geduld
  • Psychische Belastbarkeit
  • Verantwortungsbewusstsein

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Schulische Voraussetzungen

Wenn du Logopädin bzw. Logopäde werden möchtest, benötigst du in der Regel einen Realschulabschluss. Aber auch mit einem guten Hauptschulabschluss und einer mindestens zweijährigen Berufsausbildung kannst du die Logopädie-Ausbildung beginnen. Neben den schulischen Voraussetzungen werden noch weitere Nachweise für den Zugang zur Ausbildung benötigt. Dazu gehören:

  • ein ärztliches Attest über die gesundheitliche Eignung für den Beruf
  • ein phoniatrisches Gutachten (Feststellung der stimmlichen Eignung)
  • ein HNO-Test
  • ein erweitertes Führungszeugnis bei Arbeit mit Kindern

Bildungsweg

Schulische Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Realschulabschluss / Mittlere Reife

Lehrdauer

3 Jahr(e)

Was macht ein Logopäde / Logopädin?

Deine Aufgaben als Logopädin bzw. Logopäde auf einen Blick

  • Diagnose: Du stellst mithilfe von verschiedenen Testverfahren das Störungsbild des Patienten fest.
  • Beratung: Du erstellst ein Therapiekonzept und sprichst dich dabei mit Ärzten, Ergotherapeuten und den Eltern eines Kindes ab.
  • Behandlung: Du übst und trainierst mit deinen Patientinnen und Patienten das Sprechen und behandelst ihre Sprachstörungen.

Deine Aufgaben als Logopädin bzw. Logopäde im Detail

Diagnose

Alles beginnt mit der ärztlichen Verordnung: Wer zum Beispiel einen Schlaganfall erlitten hat, wodurch das Sprachzentrum beschädigt wurde, bekommt von seinem Arzt eine Verordnung für eine logopädische Behandlung. Du vereinbarst einen Termin und lädst die Patientin bzw. den Patienten zum Vorgespräch ein. Je nachdem wie stark ausgeprägt die Sprachstörung ist, musst du bereits beim Vorgespräch viel Geduld und Einfühlungsvermögen mitbringen. Mithilfe von Testverfahren diagnostizierst du das Störungsbild. Bei Kindern verschaffst du dir einen Eindruck von der Familiensituation, um den sprachlichen Entwicklungsstand des Kindes festzustellen. Ursachen für Verzögerungen der Sprachentwicklung können neben einem Unfall, Hirnschädigungen oder Hörschäden auch psychische oder soziale Probleme sein. Die Feststellung der Ursache ist sehr wichtig, um die richtige Behandlungsmethode auszuwählen.

Beratung

Wenn du alle relevanten Daten erfasst hast, erstellst du ein Therapiekonzept. Dazu besprichst du dich eventuell auch mit anderen therapeutischen Fachkräften, wie zum Beispiel einem Ergotherapeuten und bei Kindern auch mit Eltern und Lehrkräften. Die Eltern sind bei der logopädischen Behandlung meist dabei und werden daher von dir in die Methoden eingewiesen.

Behandlung

Deine Behandlungsmethoden sind so vielseitig wie deine Patientinnen und Patienten. Kein Arbeitstag ist wie der andere: Mal übst du die Artikulation von Worten mit einem stotternden Kind, dann übst du mit einem älteren Herrn, Geräusche über ein neues Hörgerät wahrzunehmen und richtig zuzuordnen, und ein anderes Mal machst du mit einer Patientin Atem- und Entspannungsübungen, damit sie ihre Sprach- und Schluckfähigkeit nach einem schweren Autounfall wiedererlangt. Du behandelst auch Erkrankte, denen ein Tumor am Kehlkopf operativ entfernt wurde und die sich nur noch mithilfe einer Stimmprothese oder einer elektronischen Sprechhilfe äußern können. Eine Stimmprothese ist zum Beispiel ein Ventil, das in den Rachen eingesetzt wird und die Speiseröhre mit der Luftröhre verbindet, sodass Töne erzeugt werden können. Deine Aufgabe ist es, sich den Betroffenen sehr sensibel und geduldig zuzuwenden. Du hast ein besonderes Gespür dafür, wie sie neue Motivation erlangen und ihr Selbstbewusstsein zurückgewinnen. Dazu trainierst du zum Beispiel zunächst die Aussprache einzelner Wörter und später in Rollenspielen ganze Gesprächssituationen.

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Gut zu wissen...
  • Auch in der Tierwelt existiert Sprache: Wale kommunizieren mit Hilfe von Schallwellen und sprechen innerhalb ihres Familienverbandes eigene Dialekte.
  • Jedes siebte Mädchen und jeder fünfte Junge wird an einen Logopäden überwiesen.
  • Da das englische „th“ kein deutsches Phonem ist, haben viele Schwierigkeiten, den Laut zu artikulieren.

Inhalte der Lehre

Schulische Ausbildungsinhalte

Die Berufsschule vermittelt dir alle theoretischen Grundlagen, die für den Beruf Logopädin bzw. Logopäde wichtig sind. Das sind zum Beispiel die Anatomie der Sprech- und Stimmorgane (Mund, Hals und Rachen) sowie ihre Funktionen. Auch wie man Krankheiten der Ohren, der Nase, des Rachens, des Kehlkopfes und der unteren Luftwege diagnostiziert, ist Teil des Lehrplans. Außerdem spielen die Funktionen von Kiefer und Zähnen sowie kieferorthopädische Maßnahmen eine Rolle in deiner Ausbildung. 

Phonetik ist der Fachbegriff für die Lehre von Lauten. Dort lernst du also, wie die Sprechorgane Laute erzeugen. Wer sich mit Phonetik beschäftigt, der kommt auch um Linguistik nicht herum, denn das ist die Wissenschaft von der Struktur der gesprochenen Sprache.

Praktische Ausbildungsinhalte

In verschiedenen Praxisphasen in logopädischen Praxen, Reha-Zentren und Kliniken erfährst du, wie Therapieansätze ausgewählt und koordiniert werden. Du darfst erfahrenen Logopädinnen und Logopäden über die Schulter schauen und nach und nach eigene Aufgaben übernehmen, zum Beispiel Beratungsgespräche mit Patientinnen und Patienten führen. Außerdem wirst du die große Palette an Therapiemöglichkeiten kennenlernen, unter anderem die rhythmisch-musikalische Erziehung, die Therapie nach Castillo Morales und Brondo sowie die unterstützte Kommunikation. Dabei lernen Betroffene, mit nonverbalen Kommunikationstechniken umzugehen, das sind zum Beispiel Mimik, Gestik oder auch elektronische Geräte mit Sprachausgabe.

Ablauf der Lehre

Die Ausbildung als Logopädin bzw. Logopäde findet in Form einer schulischen Ausbildung statt. Den größten Teil der Ausbildungszeit verbringst du deshalb in einer Berufsfachschule. Selbstverständlich absolvierst du aber auch Praktika in logopädischen Praxen, Reha-Zentren oder Kliniken, um Einblicke in den Arbeitsalltag zu erhalten.

Auch durch ein Studium kannst du später in der Logopädie arbeiten, zum Beispiel mit dem Bachelor of Science Logopädie.


Hilfreiche Fähigkeiten
  • Überzeugungskraft
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Empathie
  • Kreativität

Wie gut passt der Beruf Logopäde / Logopädin zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne Menschen helfen möchtest, ist der Beruf Logopäde / Logopädin genau der richtige für dich.
Wenn du nicht vor einer Gruppe von Menschen sprechen möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.
Logopäde / Logopädin-Quiz
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