Organisation des Studiums

Als Student hast du viele Freiheiten, du kannst dein Leben und dein Studium selbst planen und organisieren. Dies beginnt allerdings nicht erst ab der ersten Vorlesung, sondern bereits mit der Bewerbung um einen Studienplatz, der Wohnungssuche und dem Belegen eventueller Vorkurse.

Die Verantwortlichkeit das Studium zu meistern, liegt allein bei dir. Du entscheidest, welche Veranstaltungen in welchem Semester besucht werden, wann du dich für welche Klausur anmeldest und erstellst deinen eigenen Lernplan. Normalerweise erhältst du von der Hochschule Empfehlungen (bspw. in der Studiengangsordnung), in welchem Semester du welches Modul idealerweise belegen solltest. Dies dient einerseits dazu, dass du aufeinander aufbauende Fächer auch in der richtigen Reihenfolge belegst und andererseits dazu, dass du die Regelstudienzeit einhältst. Manche Studiengänge lassen den Studenten nicht so viele Freiheiten und geben teilweise strikte Abläufe vor. Aber auch hierbei sagt dir keiner, wann du was lernen musst und wie du Studium, Haushalt und teilweise Arbeit unter einem Hut bekommst.

Im Folgenden geben wir dir Tipps, wie du ein Vollzeitstudium organisieren kannst und wie du Arbeit und Studium in Teilzeit bestmöglich kombinierst.

Dein Vollzeitstudium organisieren

„Herzlich willkommen zur Ersti-Woche!“, rufen die Mitglieder der Fachschaft durch den Hörsaal und nehmen euch mit auf eine kurze Einführungswoche an der Uni. Nach der Rundführung kennst du zwar nicht den kompletten Campus, hast aber eine Idee, wo die Fachbereiche untergebracht und einzelne Räume zu finden sind. In der ersten Woche lernst du deine Kommilitonen kennen und bekommst von der Fachschaft die wichtigsten E-Mail-Adressen und Online-Seiten genannt. Außerdem informieren sie dich i. d. R. über das Campusmanagementsystem und deren grobe Funktionen. Eine intensivere Einarbeitung in das System musst du selbst vornehmen, allerdings ist die Handhabung generell recht benutzerfreundlich.

Häufig werden dir auch die wichtigen HotSpots der Hochschule gezeigt: Die Bibliothek (in Verbindung mit einer kurzen Einführung zum Ausleihen von Büchern & Co), die Mensa, die Cafeteria, das Audimax, Medienräume und Sportcentren. Manchmal gibt es bereits vor der Einführungswoche Infoveranstaltungen, die du wahrnehmen kannst.

Informationen immer mitbekommen

Informationen kann man an Hochschulen sehr leicht verpassen. Deswegen informiere dich bereits am Anfang darüber, welche Homepage dir aktuelle Informationen für Abgabe- und Anmeldefristen liefert und welche Facebook-Seiten und E-Mail-Newsletter ein Abonnement wert sind. Das oben erwähnte Campusmanagementsystem ist hier von zentraler Bedeutung. Falls deine Hochschule über einen solchen Dienst verfügt, erhältst du entsprechende Login-Daten. Innerhalb dieses hochschulinternen Portals kannst du dich zumeist für Module, Vorlesungen, Seminare, Tutorien usw. anmelden, deine Veranstaltungen planen und organisieren, aktuelle Informationen zu den belegten Kursen, zum Studiengang und zur Hochschule erhalten, dich für Klausuren anmelden und deine Noten einsehen – um nur einige wenige Funktionen aufzulisten.

Darüber hinaus sind deine Kommilitonen meistens ein wahrer Segen, um mitzubekommen, ob eine Veranstaltung ausfällt, verschoben wurde oder wann du deine Hausarbeit final abgeben musst. Und damit du am Ende nicht den Überblick über den Anmeldezeitraum für die Veranstaltungen, die Abgabefrist der Hausarbeit, die verschobene Vorlesung, das ausgefallene Tutorium oder die Klausurtermine verlierst: Schreib sie dir alle auf – egal ob in den altbewährten Papierkalender oder in die Übersicht deines Smartphones. Nur so kannst du den kompletten Überblick behalten. Denn während deines Studiums wirst du enorm viele Informationen erhalten und behalten müssen.

Hilfe und Unterstützung

Auch, wenn du für die Organisation deines Studiums allein verantwortlich bist, heißt das nicht, dass du mit allem komplett alleine dastehst. Wie erstelle ich meinen Stundenplan? Welche Fächerkombinationen kann ich belegen, um auch für den Master zugelassen zu werden? Welche Klausuren bekomme ich angerechnet, wenn ich meinen Studiengang wechsle? Bei Fragen erhältst du immer Unterstützung (je nach Thema) von Hochschulangestellten, von Dozenten, von der Fachschaft, von der Studienberatung, vom Prüfungsamt, vom Immatrikulationsamt oder von Kommilitonen.

Erste Anlaufstelle rund um deinen Studiengang ist deine Fachschaft. Alle Studenten, die dort arbeiten, können dir viele hilfreiche Tipps für dein Studium liefern. Die Studienberatung gibt dir ebenfalls Antworten zu Fächerbelegungen und berät dich, wenn du den Studiengang wechseln möchtest. Hast du allerdings Fragen zu deinen Klausuren, findest du beim Prüfungsamt oder bei deinem Dozenten den richtigen Ansprechpartner. Falls du Antworten zum BAföG, der Studienfinanzierung oder möglichen Wohnraum suchst, kannst du außerdem einen Gesprächstermin beim Studierendenwerk oder dem BAföG-Amt deiner Hochschule vereinbaren und dich dort beraten lassen.

Ausgleich finden

Die Uni bietet dir neben den Lehrveranstaltungen einige weitere Dinge: Auf der Website für den Hochschulsport kannst du viele Sportangebote nutzen und bei Tanzgruppen, Fitnesskursen, Ski-Freizeiten und Laufgruppen teilweise kostenlos oder zu deutlich geringeren Preisen mitmachen. Gerade zu Beginn deines Studiums organisiert die Fachschaft noch viele gemeinsame Veranstaltungen und Feiern mit deinen Kommilitonen, wodurch du leichter Anschluss findest. Du möchtest dich engagieren? Dann informiere dich über die verschiedenen Hochschulgruppen und Studenteninitiativen an deiner Hochschule.

Arbeiten neben dem Studium

Auch das gehört dazu: Neben dem Besuchen von Vorlesungen, dem Lernstress, dem Ausgleichssport und dem Putzen der WG-Wohnung müssen die meisten Studenten nebenher noch arbeiten. Die Arbeit sollte mit deinem Studium vereinbar sein und nicht zu viel deiner Energie kosten. Weitere Informationen zu diesem Abschnitt findest du unter „Arbeiten neben dem Studium“.

Dein berufsbegleitendes Studium organisieren

Fernuniversitäten und Teilzeitstudiengänge schießen momentan wie Pilze aus der Erde – kein Wunder, denn das berufsbegleitende Studium erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Du bekommst nicht nur ein gutes monatliches Gehalt, sondern sammelst bereits während deines Studiums einiges an Berufserfahrung und musst deine Anstellung nicht aufgrund des Studiums aufgeben. Vor allem in der gefürchteten Klausurphase ist so ein Studium jedoch nicht immer ein Zuckerschlecken – erst recht nicht, wenn du zusätzlich noch einem Beruf nachgehst. Damit es keine größeren Pannen gibt und diese Doppelbelastung aus Arbeit und Lernen nicht zur Qual wird, ist eine gute Organisation Pflicht!

Die ersten Wochen

Egal, ob du dich für ein Fernstudium oder ein Teilzeitstudium entschieden hast – die ersten Wochen sind immer neu, aufregend und bringen einige Herausforderungen mit sich: Du musst dich mit einer neuen Situation und einem neuen System (berufsbegleitende Studiengänge arbeiten häufig mit Onlineprogrammen) auseinandersetzen und deinen Alltag umstrukturieren. Während du bisher nach der Arbeit etwas Leckeres gekocht und dir danach einen netten Abend gemacht hast, verbringst du nun einen Großteil deiner Freizeit mit Lernen. Bevor du jedoch mit dem Büffeln beginnst, hilft es, zunächst einen Plan aufzustellen. Sinnvoll ist es, wenn du dir ein Semester oder sogar ein ganzes Jahr komplett durchplanst: Wann gibt es die Möglichkeit, Klausuren zu schreiben? Welche Fächer oder Module kannst du wann belegen? Wann finden Vorlesungen oder Seminare statt? Wann bist du im Urlaub oder auf wichtigen Veranstaltungen von der Arbeit? So ein Plan benötigt natürlich Zeit und bedarf einiges an organisatorischem Talent - er wird dir deine Studienzeit jedoch ungemein vereinfachen. Ist der Plan erst einmal geschrieben, hängst du ihn dir am besten direkt über dem Schreibtisch auf. So siehst du immer, ob du gut in der Zeit liegst und wann Veranstaltungen anstehen. Sinnvoll ist es auch, sich die wichtigsten Termine in den Terminkalender oder in das Smartphone einzuspeichern, damit du diese Daten auch auf der Arbeit immer griffbereit hast und deinen Kollegen mitteilen kannst, wann du wegen deines Studiums verhindert bist.

Disziplin, Disziplin, Disziplin

Sind die ersten spannenden Wochen und Monate erst einmal rum und hast du dich langsam an deinen neuen Tagesablauf gewöhnt, schleicht sich auch schon der Alltag ein. Auf der Arbeit gab es ein anstrengendes Meeting, du bist müde und jetzt musst du noch lernen. Du würdest aber viel lieber auf der Couch sitzen und einen schönen Film gucken – lernen kannst du ja immer noch. Mit diesen Gedanken bist du sicherlich nicht die einzige Person, denn ein berufsbegleitendes Studium verlangt einiges ab und raubt dir Zeit, die du sonst für dich selbst hattest. Du solltest dir jedoch immer vor Augen führen, was du mit deinem Studienabschluss erreichen möchtest und dass du dich selbst für diese Art des Studiums entschieden hast.

Trotzdem ist es wichtig, ab und an einmal das Studium zu vergessen und sich auf sich selbst, seine Freunde oder die Familie zu konzentrieren. Versuche deshalb, deine Woche so zu organisieren, dass du auch Freizeit einplanst – schließlich sollte das Leben nicht nur aus Arbeit und Lernen bestehen. Nimm dir deshalb z.B. einen Abend in der Woche nach der Arbeit frei, um deine Lieblingsserie zu schauen und organisiere dich so, dass du nur an einem Tag am Wochenende lernen musst.

Die Hauptsache ist, den Lernstoff nicht zu weit nach hinten zu schieben. Denn ansonsten stellst du eine Woche vor der Klausur fest, dass du noch gar nichts kannst und dass du wohl oder übel ein paar Nachtschichten einlegen musst – und die sind weder für dein Studium, noch für die Arbeit am nächsten Tag förderlich. Deshalb gilt: Lieber jeden Abend ein bis zwei Stunden am Schreibtisch verbringen, als am Ende stundenlang durcharbeiten zu müssen.

Lerngruppen bilden

Zugegeben, im berufsbegleitenden bzw. Fernstudium ist es definitiv schwerer, Kontakte zu knüpfen, da du deine Kommilitonen nicht täglich auf dem Campus oder im Hörsaal siehst. Trotzdem ist es möglich, Lerngruppen zu bilden. Nicht nur bei den Vorlesungen und Seminaren knüpfst du Kontakte, sondern viele Hochschulen haben in ihren Onlinesystemen auch einen Bereich, in dem du dich mit anderen Studierenden austauschen und natürlich auch Leute in der Umgebung finden kannst. Gerade bei schwereren Fächern hilft es, wenn man nicht alleine vor dem Studienmaterial tüftelt, sondern sich mit jemandem austauscht. Das Lernen macht so nicht nur mehr Spaß, sondern du und deine Kommilitonen könnt euch gegenseitig helfen.